Architekturwerkstatt - Lehrerfortbildung in der Architektenkammer

Die Architekturwerkstatt ist eine Lehrerfortbildung mit dem Angebot, interessierten Lehrern und Lehrerinnen die Potenziale aufzuzeigen, die in der Beschäftigung mit Architektur, Stadt- und Freiraumplanung liegen. Mit der Vermittlung von fundiertem Elementarwissen und praxisorientierten Lernangeboten werden sowohl inhaltliche als auch didaktische Angebote geschaffen, wie architektonische und städtebauliche Themenstellungen anschaulich und kreativ in den Unterricht übersetzt werden können. Es gibt Angebote für Grundschulen und für das Fach Kunst im Sekundarbereich I und II für alle Schulformen. 

Die Fortbildungsseminare finden im halbjährigen Rhythmus statt und entstehen in enger Zusammenarbeit und in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg.

 

Das Programm im Frühjahr 2026

1. Praxisseminar: Architekturprojekte für die Jahrgänge 5 bis 10

In diesem Praxisseminar werden wir uns mit Architektur für die Sekundarstufe I beschäftigen. 
Themenschwerpunkte werden sein: Raumbildung und Fassadengestaltung, temporäres Wohnen, Bauen und Konstruieren, Umwidmung und Aneignung städtischer Räume. Zu ausgewählten Aufgabenstellungen werden Entwurfsszenarien in Skizzen und Modellen entwickelt, wobei der Focus im Erproben und Austesten verschiedener Gestaltungsvarianten, Konstruktionsmöglichkeiten und Modellbautechniken liegt. Ziel ist es, Anregungen und Inputs für die eigene Unterrichtsgestaltung zu erhalten, ein geeignetes Architekturthema zu finden, den Arbeitsumfang jahrgangsgemäß abschätzen zu können, passendes Material zum Modellbau auszuwählen und den richtigen Maßstab zu finden. Projektbeispiele aus dem Unterricht zeigen anschaulich auf, welche Ergebnisse erzielt werden können.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, den 21. März 2026 von 10 bis 16:30 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich


2. Theorie- und Praxisseminar: Spirituelle Räume

Architektur ist nicht nur technisch zu sehen; sie definiert unsere tiefsten Vorstellungen von Raum, Material und menschlichem Wohlbefinden. Die Gestaltung von Räumen als Rückzugsorte für Ruhe, Besinnung und Rekreation werden in der heutigen Zeit der Schnelllebigkeit, Hektik und Reizüberflutung immer bedeutender. Auch Sakralbauten sind meistens architektonische herausragende Bauaufgaben, die ästhetisch eine große Kraft entfalten können. Sie bilden zudem historische, städtebauliche und sozial bedeutende Fixpunkte urbaner Gemeinschaften. Allerdings verlieren religiöse Stätten in den letzten Jahren dramatisch an Bedeutung. Vielen Kirchen droht die Schließung. Im Seminar werden spannende Beispiele aufgezeigt, wie sich diese besonderen Räume neu deuten und in eine zeitgemäße Nutzung transformieren lassen. 
Im praktischen Teil werden wir uns in Modellstudien mit der Gestaltung von spirituellen Räumen beschäftigen. Dabei erfahren wir, wie durch die Raumgeometrie und die Raumproportion, durch die Verwendung besonderer Materialien und Oberflächentexturen, sowie den Einsatz von Farbe, Licht und Lichtlenkung gezielt eine gewünschte Raumatmosphäre geschaffen werden kann. Projektergebnisse aus dem Unterricht zeigen ergänzend mögliche Handlungsanleitungen für die eigene Unterrichtsgestaltung auf.

Das Seminar richtet sich an die Sekundarstufe II und beinhaltet einen Theorieteil mit 3h am Dienstag und einem Praxisteil mit 6h am Samstag.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termine: 
Dienstag, den 14. April 2026 von 16 bis 19 Uhr 
Samstag, den 18. April 2026 von 10 bis 16:30 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich


3. Exkursion: Vom Kontorhaus zur Shoppingmall

Die Exkursion spannt einen historischen Bogen von der Entstehung des Kontorhausviertels bis hin zur aktuellen Stadtplanung in der HafenCity. Unsere Tour startet am Chilehaus und führt uns am Buchardplatz vorbei zum neuentstandenen Quartier am Klosterwall. Hier hat sich das Stadtbild besonders stark verändert durch den Abriss der Cityhöfe aus den 1950er Jahren. Mit der nächsten Etappe kommen wir an den Deichtorhallen und dem Spiegelhochhaus vorbei und gelangen zum Dar-es-Salaam-Platz in der HafenCity und machen dort eine kleine Pause. Nach langen Anlaufschwierigkeiten ist nun auch der südliche Teil des Überseequartiers – das Westfield Einkaufsquartier mit seiner großen Shoppingmall fertiggestellt, für das sich die Eigentümer, Entwickler und Betreiber Unibail-Rodamco-Westfield verantwortlich zeigen. Auch auf dem westlich angrenzenden Strandkai sind die letzten Baustellen abgeschlossen und bieten mit der öffentlich zugänglichen Promenade einen attraktiven Blick auf Elbe und HafenCity.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Samstag, den 25. April 2026 von 10 bis 13 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich


4. Exkursion: Wohnungsbauten der 1920er Jahre in Hamburg

 Die Moderne hat auch in Hamburg in Zeiten des Aufbruches und des Neubeginns nach dem 1. Weltkrieg ihre architektonischen und städtebaulichen Spuren hinterlassen. Unter der Ägide des damaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher sind in den 1920er Jahren zahlreiche Stadtteilsiedlungen entstanden, die sich durch neue Städtebaukonzepte und fortschrittliche Wohnungsbauten auszeichnen. Wir unternehmen eine Exkursion quer durch Barmbek bis nach Winterhude. Die Tour startet in Dulsberg, einer Siedlung, bei der alle führenden Architekten Hamburgs der damaligen Zeit an der Planung der neuen Wohnbauten beteiligt waren. Dort wird der Fokus besonders auf den Laubenganghäusern der Gebrüder Frank und die von Fritz Schumacher errichteten Zeilenbauten liegen. Die nächste Etappe führt uns nach Winterhude, ins Wohnquartier Jarrestadt, bei dem Karl Schneider in einem Städtebauwettbewerb als Sieger hervorging. Hier interessieren uns insbesondere die Zeilenbauten entlang des Wiesendamms von den Gebrüder Frank und der zentrale Block von Karl Schneider in der Mitte des Quartiers.

Veranstaltungsleitung: Susanne Szepanski
Termin: Freitag, den 29. Mai 2026 von 15:30 bis 18:30 Uhr

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung über das TIS-Portal (Landesinstitut) erforderlich